Zentrum

Luxemburg
Die Luxemburger sprechen in der Regel drei Sprachen fließend: Französisch, Deutsch und die Nationalsprache Lëtzebuergesch. Darüber hinaus ist auch Englisch weit verbreitet.
Französisch ist die am meisten gesprochene Umgangssprache. Wer beispielsweise eines der Cafés oder Restaurants der Stadt aufsucht, wird zunächst mit dieser Sprache konfrontiert. Auch die Luxemburger Lebensart ist französisch geprägt. 59 Prozent aller Luxemburger gaben bei einer entsprechenden Umfrage an, in erster Linie das Französische zu benutzen. In ihrem beruflichen Umfeld verständigen sich 84 Prozent auf Französisch. Für 81 Prozent ist Französisch „unerlässlich für das gute Funktionieren des Soziallebens“. Französisch ist darüber hinaus auch in die Verwaltung und in die Justiz eingeschrieben.[7]
Deutsch ist demgegenüber vor allem Mediensprache.
Lëtzebuergesch sprechen die Luxemburger im Bekannten und Freundeskreis. Die Sprache spielt – gerade in der Stadt – mit Blick auf die nationale Identität der Luxemburger eine bedeutende Rolle. Sie hilft auch bei der Unterscheidung zwischen „echten“ Luxemburgern und solchen, die nur im Land leben. Wer beispielsweise die Staatsbürgerschaft des Großherzogtums erlangen will, muss durch Kenntnisse dieser Sprache eine gewisse nationale Identität nachweisen.
Der Bockfelsen in Luxemburg-Stadt, den Graf Siegfried 963 erwarb.

Geschichte
Kelten- und Römerzeit
Die ersten Siedlungsspuren auf dem Gebiet der Stadt Luxemburg gehen auf die Kelten zurück und stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Ungefähr einhundert Jahre später drangen Römer in das Land Luxemburg ein, als Caesar um 58–51 v. Chr. Gallien und einen Teil von Germanien bis zur Rheingrenze eroberte. Damit wurde das Gebiet des heutigen Luxemburg samt Stadt Luxemburg Teil des Imperium Romanum.
Limburger Löwe, Wappen der Stadt Luxemburg.
Mittelalter [Bearbeiten]

Im 5. Jahrhundert n. Chr. – zur Zeit der Völkerwanderung – drängten die germanischen Franken die Römer zurück. Wandermönche missionierten die Menschen zum Christentum und bauten Klöster. Das Kloster Echternach wurde vom angelsächsischen Missionar Willibrord im Jahre 698 gegründet.
Das Gebiet der Stadt Luxemburg war in der Römerzeit von zwei Konsularstraßen durchquert. An deren Kreuzung stand ein befestigter Turm. Durch einen Tauschakt mit der Abtei Sankt Maximin in Trier kam das kleine Kastell 963 in den Besitz Graf Siegfrieds, einem nahen Verwandten der Könige Frankreichs und der deutschen Kaiser. Die Gründungs-Sage der Stadt spricht von der Nixe Melusina, die Siegfried veranlasste hier zu bauen und später dessen Frau wurde. Auf dem „Bockfelsen“ ließ Siegfried seine Burg bauen, die den Namen „Lucilinburhuc“ (kleines Kastell) trug und zum ersten Mal in dem besagten Tauschakt erwähnt wird. Aus diesem Namen entwickelte sich später über „Lützelburg“ der heutige Name „Luxemburg“.
In der Vorburg weihte der Trierer Erzbischof Egbert 987 fünf Altäre in der Erlöserkirche (später Michaelskirche). Vor der Kirche, an einer römischen Straßenkreuzung, entstand ein Markt, um den herum sich die Stadt entwickelte.
Ende des 11. Jahrhunderts besaß die Burg einen Wohnturm und unterhalb der Burg gründeten die Grafen 1083 ihre Hausklöster, die Münsterabtei, die die Stadtschule beherbergte und in der sich die letzte Ruhestätte jener Grafen befindet, die sich im Siegel der Gründungsurkunde zum ersten Mal als Grafen von Luxemburg bezeichneten.
Während unterhalb der Burg am Flüsschen Alzette ein Handwerkerviertel entstand, in dem Anfang des 14. Jahrhunderts ein Hospiz gegründet wurde, dehnte sich im 12. Jahrhundert die Oberstadt, die seit dem 10. Jahrhundert durch einen Schutzwall befestigt war, nach Westen hin aus.
Um die neue Nikolauskirche entstand ein Stadtviertel mit eigenem Markt, dem Novum Forum. Um dieses Viertel in die Stadtbefestigungen einzubeziehen, wurde Ende des 12. Jahrhunderts mit dem Bau einer Ringmauer begonnen, die ein Stadtgebiet von 5 Hektar umschloss.
Aus der ursprünglichen Burgsiedlung hat sich in dieser Zeit eine Stadt entwickelt, die 1244 von Gräfin Ermesinde die Freiheitsrechte verliehen bekam. Es handelte sich wohl um eine Ausdehnung der Rechte und Pflichten auf das gesamte Stadtgebiet, die ihr Vater, Graf Heinrich von Namur-Luxemburg, ursprünglich den Bewohnern des Neubauviertels an der Nikolauskirche möglicherweise mündlich zugesichert hatte.
Um 1340 wurde unter der Herrschaft von Johann dem Blinden mit dem Bau der großen mittelalterlichen Ringmauer begonnen, deren Verlauf die Oberstadt bis ins 19. Jahrhundert hinein vom Umland trennte.
1354 wurde Luxemburg Herzogtum. 1443 wurde die Stadt von Burgundertruppen unter Philipp dem Guten eingenommen. Luxemburg wurde Teil der burgundischen, später der spanischen und österreichischen Niederlande.
Luxemburg (1560).

Frühe Neuzeit
Die Stadt wurde ab dem 16. Jahrhundert zu einer der stärksten Festungen Europas, dem „Gibraltar des Nordens“ ausgebaut (Baumeister: Vauban). In der Festung wechselten sich Burgunder, Spanier, Franzosen, dann wieder Spanier, Österreicher, dann wieder Franzosen und Preußen ab. Sie war ab 1714 Teil der Österreichischen Niederlande; in den folgenden 80 Jahren wurden die äußeren Befestigungsanlagen weiter stark ausgebaut, um einen möglichen französischen Angriff zu verhindern. Am 6. Juni 1795 kapitulierte die Stadt im ersten Koalitionskrieg wegen zu Ende gegangener Vorräte nach siebenmonatiger Belagerung vor den französischen Revolutionstruppen.[8]
Ab dem 17. Jahrhundert entstanden die Kasematten und Minengänge, das sind in den Felsen gehauene oder gemauerte Gänge von insgesamt 23 km Länge und eingewölbte, bombensichere Räume. Sie dienten als Artilleriestellungen, beherbergten vor Bombeneinschlag zu schützende Einrichtungen und erlaubten im Notfall die weiter entfernten Festungsteile unterirdisch zu erreichen. Noch heute sind 16 km dieser Anlage zugänglich.

Neuzeit
Bei der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress wurde unter anderem ein vergrößerter Niederländischer Staat erschaffen, der im Wesentlichen die heutigen Niederlande und das heutige Belgien umfasste. Einerseits sollte der niederländische König für die an Großbritannien abgetretenen Kolonien entschädigt werden, andererseits sollte dieser neue Staat als Pufferzone gegen ein mögliches wiedererstarktes Frankreich dienen. Luxemburg erhielt einen Sonderstatus als Großherzogtum. Es wurde durch den niederländischen König in Personalunion regiert, gehörte aber als militärisch wichtige Region offiziell dem Deutschen Bund an, so dass die Stadt zur Bundesfestung ausgebaut werden konnte und eine preußische Garnison erhielt.
Die Londoner Konferenz erklärte nach der Luxemburgkrise Luxemburg 1867 für neutral, die preußischen Truppen zogen ab und die Festung wurde geschleift.
Von 1914 bis 1918 genauso wie von 1940 bis 1944 wurde Luxemburg von deutschen Truppen besetzt. Nach der deutschen Besetzung am 10. Mai 1940 unterstand das Großherzogtum als CdZ-Gebiet Luxemburg seit dem 2. August 1940 einem von Deutschland eingesetzten Chef der Zivilverwaltung. Danach wurde die Stadt Luxemburg vorläufig von einem deutschen Verwaltungskommissar geleitet. Zum 1. Dezember 1940 wurde die Stadt Luxemburg als deutscher Stadtkreis der im Altreich gültigen Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 unterstellt, mit einem deutschen Oberbürgermeister an der Spitze. Zum 1. April 1943 wurden aus dem Landkreis Esch, dem früheren Distrikt Luxemburg, die Gemeinden Hesperingen (teilweise), Niederanven (teilweise), Strassen und Walferdingen in den Stadtkreis Luxemburg eingegliedert. Mit der Befreiung durch US-amerikanische Truppen im September 1944 endete die deutsche Okkupation.
Wegen seiner Lage, seiner Geschichte, aber auch wegen seiner Größe ist Luxemburg, als eines der Gründungsmitglieder der EU, Sitz zahlreicher wichtiger Organe und Behörden der Union, die sich im Stadtteil Kirchberg ansiedelten. Die Stadt gilt somit als eine der Hauptstädte der Europäischen Union. Ab den 1960er Jahren entwickelte sich die Stadt daneben zu einem der größten internationalen Finanzplätze.
Seit 1979 erscheint als Stadtzeitschrift Ons Stad. Nach dreißig Jahren Bestehen ist ihr gesamtes Archiv online verfügbar und stellt damit eine einzigartige Dokumentation der Stadtgeschichte dar. Quelle: Wikipedia