Laureaten des „Mëllerdaller Reesbengel“:
1990 Jean Friedrich Regierungsrat im Ministerizm für Tourismus und Mittelstand
1991 Georges Hausemer, Direktor a. D. des ONT
1992 Michael Broehl, Verbandsbürgermeister Irrel, grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Tourismus als Steckenpferd
1993 Charel Zimmer +, Echternacher Stadtführer, Willibrordus- und Abteiexperte
1994 Richard Meyer, Verbandsbürgermeister Irrel a. D.
1995 Joseph Heintz +, Berichterstatter des LW, Tourismus als journalistisches Steckenpferd
1996 Karl Richard +, Ortsbürgermeister, Verdienste im grenzüberschreitenden Tourismus
1997 Mathias Thinnes +, Direktor des klassischen Lyzeums Echternach, begeisterter Wanderer
1998 Anne-Marie Linckels, Schloss Beaufort, besondere Zuneigung und Fördersinn zur touristischer Entfaltung
1999 Aloyse Steinmetz, langjähriger Vorsitzender des SIT Rosport, ehemaliger Vize – Vorsitzender der Entente, Lokalchronist
2000 Gaston Kunnert +, Hôtelier in Müllerthal, Gastronom, langjähriger Vorsitzender des SIT Waldbillig, treibende Kraft in den ersten Jahren der Entente, Kenner der Felsenlandschaft
2001 Wolfgang Felk, Journalist, Autor mehrerer Filme über die Kleine Luxemburger Schweiz, u.a. „Fahr mal hin“
2002 Léon Bartimes +, langjähriger Vorsitzender des SIT Beaufort, Vorreiter von infrastrukturellen Konzepten im Tourismus,Vize-Vorsitzender der Entente
2003 Raymond Alf, Hôtelier in Haller, Gastronom, langjähriges Mitglied des SIT Waldbillig und der Entente
2004 Madame Lorang (Larochette), langjährige Schriftführerin des SIT Larochette
2005 Georges Calteux, Vorsitzender der SET Echternach, Direktor der „Sites et Monuments“, grosses
Verdienst am Erhalt des kulturellen und architektonischen Erbgutes
2006 Paul Colljung (Bollendorf), Wanderführer in der Südeifel und der Kleinen Luxemburger Schweiz, Stadtführer Trier und Luxemburg, allein 400 grenzüberschreitende Wanderungen in die Berdorfer Felsenlandschaft
2007 de Waha Jean, langjähriger Vorsitzender des SIT Born-Moesdorf, langjähriges Vorstandsmitglied der Entente
13.09.2008 Francis Reuter, während 19 Jahren Vorsitzender der Entente, langjähriges Vorstandsmitglied der SE Echternach
04.10.2009 (20. Verleihung) Manuel Andrack, Autor von Wanderbüchern, Neuauflage in „Gesammelte Wanderabenteuer“, worin das sehr positive Kapitel „Luxemburg, 12 points“ über die Felsenlandschaft um Berdorf.
17.09.2010 "Mëllerdaller Reesbengel" die Auszeichnung ging an den kürzlich verstorbenen Nic Courtois aus Beaufort Artikel LW
17.09.2011 "Mëllerdaller Reesbengel" ging an Fernand Boden ehemaliger Tourismus Minister Artikel Tageblatt
Kleine Chronik des « Mëllerdaller Reesbengel »
Im September 1990 organisierte das SIT Berdorf unter Mithilfe des benachbarten SIT Consdorf, auf meinen Vorschlag hin und nach einem von mir ausgearbeiteten Konzept, eine Wanderung durch die Felsenlandschaft der Kleinen Luxemburger Schweiz. Das Ziel war, vor allem den Luxemburger Wander- und Naturfreunden unsere herrliche Gegend als Wandergebiet zu presentieren und schmackhaft zu machen.
Der Organisation als Erstauflage dieser Art des Wanderns war ein unerwarteter Erfolg beschieden. Die regionale Prominenz aus Gemeinde- und Landespolitik, ebenso wie Persönlichkeiten aus dem regionalen und nationalen Tourismus bekundeten ihre Sympathie und Interesse durch ihre Anwesenheit.
Beim Eintopfmahl zur Mittagspause in der Consdorfer Gemeindehalle ergriff ich als Organisator das Wort, überwältigt vom Erfolg, und dankte den Teilnehmern, die voll des Lobes waren und eine Fortsetzung wünschten: so ein Wandertag sollte doch jährlich sattfinden!
Ich versprach in meiner Stegreifansprache, dem Wunsch nachzukommen und wandte mich zum Schluss an den Ersten Regierungsrat Jean Friedrich, der mit seiner Gattin den Schlussteil der Vormittagsstrecke mitgewandert war, um ihm zu danken für alles, was er in seiner Amtszeit für die Kleine Luxemburger Schweiz getan habe. Ich hob seine nicht zu leugnende Verbundenheit zu unserer einmaligen Landschaft hervor, aus der er nie einen Hehl gemacht habe.
Da diese Dankesworte mir über meiner Ansprache unvorbereitet eingefallen waren, ich also kein passendes Geschenk zur Hand hatte, überreichte ich Jean Friedrich spontan meinen eigenen, von der Natur mit Hilfe der Geissblattranke (Juddeseel) wundervoll gewundenen Wanderstock mit den Worten: “Här Friedrich, Dir sidd e grousse Frënd vum Mëllerdall an är Madame grad sou, hei hunn ech e Reesbengel, gewuess an der prächteger Mëllerdaller Landschaft, déi Eech un d’Häerz gewuess ass – dat weess jiddfereen, die mat dem Tourismus hei an der Géigend ze don huet. Ech hunn en am Bäertrëffer Bësch geschnidden an a mengem Hobbyatelier geschlass, gedréchent, poléiert, lackéiert an du duerch Bäertrëffer Fielsepied arodéiert! Dien ass elo fir Eech, e Merci fir ären Asaz am Intressi vum Mëllerdaller Tourismus: E Mëllerdaller Reesbengel fir e Frënd vum Mëllerdall…! Verbréngt eng schéi Pensioun mat him op de wonnerschéine Wanderweeër am Mëllerdall”.
Daraufhin übergab meine Frau Marthe - als sei die Handlung inszeniert gewesen - ihren, ebenso knorrig gewachsenen Wanderstab an Frau Germaine Friedrich.“ Déi zwéi Bengele gehéieren zesummen, dann huelt Dir mäin…!“
Diese unvorbereitete „Wanderstabüberreichung“ sollte Folgen haben: Seit nunmehr siebzehn Jahren wird dadurch schlicht und einfach touristische Geschichte des Müllerthals geschrieben. Und das kam so:
Francis Reuter, damaliger Vorsitzender der Entente, kam auf mich zu und sagte: « Du hast mich auf eine Idee gebracht. Sollen wir von nun an nicht versuchen, jedes Jahr um diese Zeit eine solche Wanderung zu organisieren, die Entente in Zusammenarbeit mit einem lokalen SIT. Das wäre eine wunderbare Aktivität für die Entente und den respektiven Verein, sicherlich auch ein wesentlicher Beitrag zur Image - Förderung.”
Francis und ich sprachen in diesem Herbst 1990 viel darüber und es kristallisierte sich als Synthese unserer vielen Fachsimpeleien heraus, dass an diesem Wandertag eine Persönlichkeit, die sich um den lokalen, regionalen oder gar grenzüberschreitenden Tourismus verdient gemacht hat, einen solchen Wanderstab als Anerkennung und symbolischen Dank für herausragende Dienste bekommen sollte.
Bereits im folgenden Jahr fand die Wanderung mit zusätzlichen Eckpfeilern im Konzept unter der Bezeichnung „Mëllerdaller Reesbengel“ statt. Heute ist sie längst zur Tradition geworden und nicht mehr aus dem regionalen Wanderkalender wegzudenken.
Meine Aufgabe ist es nach wie vor, in den Wäldern nach „Mëllerdaller Reesbengelen“ Ausschau zu halten, denn nicht jeder krumme Knüppel kommt hier in Frage, er muss schon das erkennbar Besondere haben…
Francis Reuter nennt mich heute noch gerne “geistiger Vater des Mëllerdaller Reesbengel ».Danke , Francis, aber Du hast in Deinen Ansprachen und Grussworten an den Wandertagen dem „Mëllerdaller Reesbengel” ungeahnte Beliebtheit verschafft und ihn auf eine besondere Stufe des Wandertourismus gehoben. In Deiner 19-jährigen Amtszeit hast Du mit unserem „Mëllerdaller Reesbengel“ diesen Wandertag zu einem Gesellschaftsereignis erhoben. Sollte ich denn der “geistige Vater” gewesen sein, gut, du allerdings hast das Kind hingebungsvoll gepflegt und grossgezogen.
Der „Mëllerdaller Reesbengel“ lebt, Francis, er ist unser beider Kind!
Edmond Steyer, 07.09.07