DOPPELADLER
Ein deutsch – luxemburgischer Kulturweg zum Thema:
„Die Ausstrahlung der Abtei Echternach auf den ländlichen Raum im 18. Jahrhundert“.
Unter den baufreudigen Äbten Mathias Harz, Gregor Schouppe, Michael Hormann und Emmanuel Limpach, hatte die Abtei Echternach, ab 1727 eine rege Bautätigkeit entwickelt, die erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts, mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen, ihren unvorhergesehenen Abschluss fand.
Unter der österreichischen Krone (1714 – 1794), die übrigens den Doppeladler als Wappentier trug, war im alten Herzogtum eine lange Friedensperiode entstanden, die einen bis dahin nie gekannten wirtschaftlichen Aufschwung mit sich zog. Dieser Hintergrund veranlasste das Kloster Echternach Architekten aus Lothringen und Baumeister aus Tirol und Oberösterreich einwandern zu lassen, um ein barockes Abteigebäude neben der Basilika entstehen zu lassen. – Nach einigen Jahren schon war der Bau des Mutterhauses abgeschlossen und man begann Abteidomänen und Dependenzien dorthin zu setzen wo die Abtei Eigentum besass.
Damit nicht genug. Die meisten der eingewanderten Baumeister blieben in Luxemburg und bauten Bauernhäuser auf beiden Seiten der Sauer, die damals noch nicht Grenzfluss war. Viele dieser Bauernhäuser, mit ausgeprägten Stilmerkmalen und reichen Verzierungen erinnerten an die Abtei Echternach, so dass man von einem regelrechten Einfluss der Abteiarchitektur auf den ländlichen Raum sprechen kann.
Von dieser einmaligen Stilentwicklung darf man sich ab Oktober 2007 überraschen lassen. Ein Faltblatt dokumentiert etwa 24 Beispiele im Echternacher und Bitburger Raum und bietet einheimischen und fremden Besuchern wahre Kostbarkeiten auf der neuen Kulturroute an . Im Echternacher Pavillon, 1762 im Stadtpark entstanden, wird in Bild und Ton, sowie mit zahlreichen Modellen erklärt wie und wo es zu dieser Stilentwicklung, die ganze Dörfer prägte, kam. – Die offizielle Einweihung des Kulturweges war am 6. Oktober 2007 auf Schloss Niederweis/Irrel.
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